Kleiner Junge macht Nickerchen auf Grab des Vaters.

Wenn die geliebten Eltern sterben, bricht für die meisten ihre Welt zusammen. Kaum jemand kann oder möchte sich vorstellen, dass einmal der Tag kommt, an dem die beiden wichtigsten Menschen im eigenen Leben nicht mehr da sind. Besonders tragisch ist es, wenn bereits kleine Kinder einen solch schmerzhaften Verlust erleiden.

Diese schreckliche Erfahrung haben die beiden Jungen Mason und Mylan Brazel aus Colorado Springs, Colorado (USA), machen müssen. Ihr Vater Alfred starb unerwartet im Alter von 37 Jahren.

Die Tragödie begann im Frühjahr 2017. Bei dem jungen Familienvater und Oberfeldwebel wurde Darmkrebs diagnostiziert. Weil sich das Krebsgeschwür bereits im 4. Stadium befand, konnte man nichts mehr für Alfred tun. Die letzten Tage bis zu seinem Tod am 31. Juli verbrachte er zusammen mit seiner Familie.

Einige Monate später fuhr Alfreds Ehefrau Kait mit den beiden Söhnen nach Boston, um dort den US-amerikanischen Feiertag „Thanksgiving“ zu begehen.

Auf dem Weg zur Ostküstenstadt machten sie einen Zwischenhalt in Arlington – der letzten Ruhestätte Alfreds. Nachdem sie dort angekommen waren, kam es zu einer mitreißenden Szene: „Mylan sagte, er habe den Eindruck, als könne er seinen Vater spüren, und wollte bei ihm ein Nickerchen machen“, erinnerte sich Kait.

Der achtjährige Mason und der fünfjährige Mylan legten sich vor dem Grabstein, um bei ihrem Vater zu sein. Während Mylan ein Nickerchen machte, betete Mason. Beide erzählten später vor dem Grab von ihren neuesten Erlebnissen – so, als wäre Alfred noch am Leben.

„Mylan teilte ihm mit, wie er sich seine Uniform und seinen Gürtel beim Kampfsport verdient hatte, wie die Halloweenfeier abgelaufen war und dass er einen Kuchen gewonnen hatte. Mason erzählte ihm, dass er eine Trophäe im Brustschwimmen errungen hatte. Sie haben ihn quasi auf den neuesten Stand gebracht“, sagte Kait.

Kurz bevor die kleine Familie wieder aufbrechen wollte, geschah noch etwas zutiefst Herzzerreißendes: Als sie sich auf dem Weg zum Auto machen wollten, rief Mylan seiner Mutter folgende Worte zu:

„Wartet, ich muss kurz zurückgehen und Papa drücken“, sagte der Fünfjährige. Er lief zum Grabstein und umarmte ihn. Kait verewigte diesen Moment in einem bewegenden Foto. Danach fuhren die drei nach Boston weiter.

Obwohl der Tod ihres Vaters noch sehr frisch und sehr schmerzhaft ist, trugen es Mason und Mylan sehr tapfer. Genauso hatte es Alfred ihnen beigebracht. Bestimmt werden sie ihren Vater stolz machen – vergessen werden sie ihn nie.

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