Inkontinenter Welpe mischt Tierarztpraxis auf.

Als die Tierärztin Dr. Jamie Laity den Hundewelpen Huck im März dieses Jahres kennenlernte, hatte der kleine Vierbeiner bereits eine herzergreifende Odyssee hinter sich.

Eine Familie hatte die Englische Bulldogge bei einem Züchter gekauft und zu Hause schnell festgestellt, dass das Tier krank ist, denn Huck urinierte und kotete beinahe ununterbrochen. Da die Familie keinen kranken Hund haben wollte, versuchte sie, ihn zurückzugeben, doch ohne Erfolg. 
Um das Tier dennoch loszuwerden, brachte sie es in eine Tierklinik in Mooresville, einer Stadt im US-amerikanischen North Carolina, in der Dr. Jamie Laity den hilflosen, ungewollten Welpen schließlich entgegennahm.

Bereits nach der ersten Untersuchung hatte Jamie den Verdacht, dass Huck an Spina bifida leidet. Dabei handelt es sich um eine Fehlbildung im Rücken, die die Kontrolle über die körpereigenen Ausscheidungen unmöglich macht. 
Auf die Untersuchungsergebnisse musste die Tierärztin jedoch einige Tage warten. Um diese Zeit zu überbrücken, nahm sie die kleine Bulldogge mit nach Hause, wo nicht nur Jamies Ehefrau Amy, sondern noch drei weitere Hunde und sogar zwei Katzen auf den Neuankömmling warteten.

Huck fühlte sich in Jamies Zuhause augenblicklich wohl; er wieselte durch die Räume, als hätte er schon immer dort gewohnt, tobte ausgelassen mit seinen Tiergeschwistern umher und verputzte alles, was ihm an Futter vor die Fellnase kam – Jamie und ihre Frau genossen die Anwesenheit ihres niedlichen Besuchers so sehr, dass sie noch am selben Abend beschlossen, ihn bei sich aufzunehmen.

Auch als sich nach ein paar Tagen Jamies Diagnose bestätigte, änderte das Paar seine Entscheidung nicht, denn wer konnte sich besser um einen kranken Hund kümmern als eine Tierärztin?

Hucks Pflege ist äußerst zeitintensiv, denn er muss nicht nur permanent einen Bauchgurt und eine Windel tragen, sondern auch häufig gebadet werden. Diese Umstände stören den Welpen allerdings überhaupt nicht; beim Wickeln hält er bereitwillig still und auch beim Baden hat er riesigen Spaß: „Er liebt es, in die Badewanne zu hüpfen, und genießt die Zeit im Wasser sehr.“

Wenn Jamie und Amy arbeiten müssen, kann Huck jedoch nicht wie seine Fellgeschwister zuhause bleiben. Für die Tierärztin ist das jedoch kein Problem, sie nimmt den pflegebedürftigen Vierbeiner einfach mit zur Arbeit – die übrigen Angestellten in der Tierklinik mochten Huck auf Anhieb und freuen sich sehr über seine Gesellschaft.

Auch Huck genießt die „Arbeitstage“, an denen er seine selbstgesuchten Aufgaben mit Freude erledigt: Wann immer Patienten durch die Eingangstür kommen, läuft er zu ihnen, begrüßt sie herzlich und spielt anschließend so lange mit den wartenden Fellnasen, bis diese zur Untersuchung aufgerufen werden.

Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Energie und Spaß Huck trotz seines Handicaps jeden Tag aufbringt. „Man würde nicht glauben, dass er krank ist, wenn er keine Windel tragen müsste. Er ist ein glücklicher, gesunder, verspielter Hund.“

Huck hat bei Jamie, Amy und in der Tierklinik nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine Familie und viele Freunde gefunden, die ihn genau so lieben, wie er ist.

Quelle:

the dodo

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